Das philosophische Radio mit Ercan Karakoyun: Was will die Gülen-Bewegung?

Seit dem Putschversuch in der Türkei steht die so genannte „Gülen-Bewegung“ im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Für welche Werte steht sie?In der Türkei genügt allein der Verdacht, in irgendeiner Form Anhänger des Predigers Fethullah Gülen zu sein, um als „Terrorist“ zu gelten, den Job zu verlieren, ins Gefängnis zu kommen. Und auch hier in Deutschland erleben „Gülenisten“ massiven Anfeindungen von Anhängern des türkischen Präsidenten Erdogan. Zugleich gibt es ein gewisses Misstrauen in Teilen der Gesellschaft – viele fragen sich, nach welchen Ideen und Vorstellungen die Gülenisten leben. Die Hizmet-Bewegung verfolgt drei Ziele, sagt ihr oberster Vertreter in Deuschland, der aus Schwerte stammende Stadtsoziologe Ercan Karakoyun: Gesellschaftliches Engagement, Dialog und Verständigung, die Vermittlung eines „zeitgemäßen Islam-Verständnisses“.

 Hizmet, so betont Karakoyun weiter, stehe für Transparenz und Miteinander in der Gesellschaft, keinesfalls aber für die Idee, in irgendeiner Form die Gesellschaft zu unterwandern. Zentrales Anliegen ist den Gülenisten die Bildung – auch für eine zeitgemäße Interpretation des Korans im Zeichen demokratischer Werte, wie etwa der Gleichberechtigung von Mann und Frau und der Trennung von Staat und Religion. Gegen Salafisten und Islamisten grenzen sich die Gülen-Anhänger ab, sie stehen für einen mystischen, nicht politischen, friedlichen Islam im Sinne des Sufismus. Islam und Demokratie, wie passt das zusammen?

Welche Schnittmengen gibt es zwischen dem Koran und den Werten einer offenen, demokratischen Gesellschaft? Für welches Koran-Verständnis steht die Gülen-Bewegung?

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