Erdoğans Pate ruft zur Bewaffnung auf

Man stelle sich vor, dass der Anführer einer rechtsextremistischen Organisation seine Anhänger zur Bewaffnung und zum Kampf gegen die Opposition aufruft. Ein Geschrei würde durch die Medien gehen und die Staatsanwaltschaft würde aktiv werden. Wahrscheinlich würde diesem Anführer auch sofort Haft drohen. Die Zivilgesellschaft würde einen solchen Aufruf im Keim ersticken lassen.

Sedat Peker ist der führende Mafia-Pate der Türkei. Er gilt als ganz besonderer Mann des türkischen Präsidenten Erdogan. Er wurde für seine kriminellen Aktivitäten schon verurteilt. Zuletzt forderte er seine Gefolgsleute tatsächlich dazu auf sich zu bewaffnen. „Die Wahlen kommen, bewaffnet euch!“, schrie er in die Menge auf einem öffentlichen Istanbuler Platz vor hunderten seiner Anhänger.

Je nachdem, wie die Wahlen ausfallen, werden sie ihre Wählerschaft auf die Straße schicken. Sie beabsichtigen, unter die Wähler Mitglieder terroristischer Organisationen zu mischen, um das Land abzubrennen und niederzureißen. Unsere Polizei und unsere Armee sind zwar stark, doch auch die Söhne dieses Landes werden diese Straßen schützen“, sagte Peker.

Vor wenigen Monaten erst hatte Peker Akademikern gedroht, die zum Frieden aufgerufen hatten: „Wir werden euer Blut fließen lassen und in eurem Blut duschen.“ Die Staatsanwaltschaft eröffnete zwar ein Ermittlungsverfahren, stellte allerdings nach wenigen Tagen das Verfahren ein.

Würden Sie gerne in einem Land leben, in dem ein Buch des muslimischen Gelehrten Gülen, der seit 50 Jahren zu Frieden und Dialog aufruft, gefährlicher ist, als ein Mafiapate der zur Bewaffnung aufruft? Bestimmt nicht! Jetzt wissen Sie, warum viele Menschen in der Türkei auf gepackten Koffern sitzen.

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