„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“

dtj-online-logoDer deutsche Lyriker und Autor Erich Kästner setzt sich in seinen Werken immer wieder mit der Moral auseinander. Sein philosophisches Moralverständnis spiegelt sich in seinen Worten „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ prägnant wider. Denn nur in unseren Handlungen zeigt sich, ob wir gut sind oder nicht. Auch der muslimische Gelehrte Fethullah Gülen hat ein ähnlich deutliches Plädoyer für Zivilcourage: „Flucht nicht über die Dunkelheit, sondern zündet eine Kerze an.“

Genau diese Zivilcourage hat die Afghanin Malala Yousafzai unter schwierigsten Bedingungen gezeigt. Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es ist ein Land, das noch immer von Terror und Ungerechtigkeit geprägt ist. Das Land kann zwar seit einigen Jahren gewisse Fortschritte verzeichnen, die Lebenssituation der Bevölkerung ist jedoch weiterhin problematisch. Bildung, vor allem für Mädchen, ist noch immer ein brisantes Thema.

Daher wurde mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Yousafzai nicht nur dieses mutige Mädchen, sondern auch das Engagement für Bildung und gegen Hass und Intoleranz insgesamt ausgezeichnet. Menschen in aller Welt nehmen nämlich große Risiken auf sich und zeigen Zivilcourage, indem sie sich tagtäglich für die Bildung anderer engagieren. Sie riskieren ihr Leben und haben nur ein Ziel: Bildung.

Dieses Engagement ist wichtig. Denn auch wenn die Vereinten Nationen in der Charta der Menschenrechte schon 1948 jedem Kind das Recht auf Bildung gaben, sieht die Realität anders aus. Mehr als 100 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu Bildung. Der Anteil der Mädchen ist besonders hoch. Hinzu kommt, dass die Bildungssysteme in armen Ländern unzureichend sind. So auch in Afghanistan. Es fehlt an Material, Lehrern und Infrastruktur. Viele Kinder gehen zwar auch zur Schule, dort lernen sie allerdings selten etwas Nützliches. Seit Ende des Taliban-Regimes nehmen die Schülerzahlen zwar zu, aber vor allem für Mädchen bleibt Bildung ein Luxus. Ihnen wird der Schulbesuch oft nicht erlaubt, weil sie stattdessen beim Waschen und Kochen helfen sollen.

Daher unterstreicht diese Auszeichnung die Bedeutung von Bildung für die Überwindung von Ungerechtigkeiten. Sie ist ein wichtiges Signal an alle Menschen, sich mehr für Bildung zu engagieren. Yousafzai hat genau das mit ihrem Mut bewiesen. Und das in diesem Alter. Sie ist die jüngste Trägerin dieser 1901 erstmals verliehenen und weltweit hochangesehenen Auszeichnung. Ihr Name steht nun in einer Reihe mit Mutter Teresa, Albert Schweitzer und Martin Luther King. Zu Recht.

Auch die Menschen in der Hizmet-/Gülen-Bewegung engagieren sich weltweit für Bildung. Auch in Afghanistan. Daher sollten auch die Menschen in Hizmet stolz auf diesen Preis sein. Insbesondere auch die, die seit Jahren Bildungsinitiativen in Afghanistan für Mädchen anbieten. Denn auch sie engagieren sich wie Yousafzai für den Schulbesuch von Mädchen.

In Zeiten in denen in Afghanistan viele Mädchenschulen geschlossen und zerstört wurden, haben sie Mädchen das Lesen und Schreiben beigebracht. Obwohl sie in der Türkei gute Berufschancen hätten, haben sie sich für eine Stelle an den Schulen in Afghanistan entschieden. Trotz der dauerhaften Gefährdung, der sie dort ausgesetzt sind, haben sie auf die Bildung von Mädchen gesetzt. Sie haben erlebt, wie viel man mit einem Bleistift und einem Blatt Papier bewegen kann.

Die erste Schule von Menschen aus Hizmet in Afghanistan wurde vor mehr als 20 Jahren gegründet. Seitdem sind die Mädchengymnasien ein fester Bestandteil der afghanischen Bildungslandschaft. Denn eines ist klar: Das größte Entwicklungshemmnis Afghanistans ist die fehlende Bildung. Jeder Einsatz für Bildung ist in Afghanistan ein Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Bleibt zu hoffen, dass die Auszeichnung Yousafzais mit dem Friedensnobelpreis dieses Engagement weiter voranbringen wird. Denn wie auch Mahatma Ghandi sagte, weicht das Ziel ständig vor uns zurück. „Genugtuung liegt im Einsatz, nicht im Erreichen. Ganzer Einsatz ist ganzer Erfolg.“

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