Flüchtlingsboot mit Hizmet-Engagierten kentert: Vermisste und Tote

Die Mariza fließt durch das in Südosteuropa gelegene Thrakien und bildet die Grenze zwischen Griechenland und der Türkei. In den letzten Jahren sind hier viele syrische Flüchtlinge ertrunken. Nun traf es eine Gruppe von Menschen aus Hizmet (sog. Gülen-Bewegung) auf der Flucht vor Erdogan.

Die Katastrophe ereignete sich in der Nacht vom 13.02.2018. Zwei Familien waren in einem Plastikboot auf dem Weg in die „Freiheit“. Sie wollten in Europa ein neues Leben beginnen. In der Türkei waren die beiden Lehrer Familien in der Hizmet Bewegung des Predigers Fethullah Gülen aktiv. Nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15.07.2016 wurden sie umgehend vom Dienst suspendiert. Sie waren im Anschluss mehrere Monate ohne Anklage und ohne Urteil inhaftiert. Ihnen drohte zwischen 10-20 Jahren Haft. Nach ihrer vorübergehenden Freilassung entschlossen sie sich das Land zu verlassen. Zwei Kinder und eine Mutter wurden tot geborgen. Von allen anderen fehlt jegliche Spur.

Dass Menschen alles zurücklassen, ihre Heimat verlassen und dabei sogar ihr Leben riskieren, zeigt welche Auswirkungen die Verfolgung Erdogans auf Oppositionelle hat. Die Menschen haben keine Hoffnung auf ein faires Gerichtserfahren. Ihre Menschenrechte sind stark eingeschränkt. Sie haben nicht nur ihren Beruf verloren. Das, was wir in der Türkei beobachten ist „sozialer Mord“. Die Hasssprache der Politiker spiegelt sich in der Haltung der Bevölkerung wieder. Wer einmal als „Gülen-Anhänger“ gebrandmarkt ist, bekommt keine Arbeit mehr. Sogar Familienangehörige scheuen sich davor, ihre Verwandten zu unterstützen. Der einzige Ausweg: Ein neues Leben im Ausland.

Das ist die neue Türkei. Alle Demokraten sitzen auf gepackten Koffern und warten auf die Gelegenheit, das Land verlassen zu können.

Sehen diese Menschen

aus wie Terroristen?

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