„Islamistisch“ fast schon ein Synonym für muslimisch

dtj-online-logoIm Sprachgebrauch vieler Journalisten und vermeintlicher Islamexperten werden die Begrifflichkeiten immer mehr vermengt. Auf diese Weise wird kaum noch zwischen einfachen, friedlichen Muslimen und gefährlichen Islamisten unterschieden.

Die Broschüre mit dem Titel „Jugendkulturen zwischen Islam und Islamismus. Lifestyle, Medien und Musik“ wird als 60-seitiges Heft von der Vereinigung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ herausgegeben. Zielgruppe sind vor allem Schülerinnen und Schüler. Ein Kapitel trägt dabei die Überschrift „Islamische und islamistische Organisationen“. Es folgt eine unsortierte Auflistung von friedlichen und gewaltbereiten, gefährlichen und harmlosen Organisationen. Der Leser kann nicht mehr unterscheiden, welche Organisation friedlich und welche gefährlich ist.

Auch Zeitschriften wie Spiegel, Focus und Stern benutzen den Begriff „islamistisch“ mittlerweile fast schon als Synonym für muslimisch. Es entsteht der Eindruck, dass alle Muslime bzw. alle muslimischen Organisationen und Bewegungen entweder gefährlich sind oder das Potenzial besitzen, gefährlich zu werden.

Eine deutliche Unterscheidung ist hier erforderlich. Da es im Rahmen dieses Artikels nicht möglich wäre ins Detail zu gehen, möchte ich hier nur kurz darstellen, was die Begrifflichkeiten unterscheidet und worauf die „Experten“ aus der Wissenschaft in ihren Artikeln verweisen.

„Islamismus” ist eine Sammelbezeichnung für alle politischen Auffassungen und Handlungen, die im Namen des Islam die Errichtung einer ausschließlich religiös legitimierten Gesellschafts- und Staatsordnung anstreben. Das Wort „islamistisch” bezieht sich auf eine fundamentalistisch-muslimische Ideologie, die verschieden ausgeprägt und mehr oder weniger extremistisch sein kann.

Klare Unterscheidungen statt Verschwörungstheorien!

Der Begriff „Islam“ hingegen bedeutet Frieden. Die Angehörigen des Islam sind Muslime. Ihre Organisationen sind muslimisch bzw. islamisch. Sie sehen die wichtigste Aufgabe der Religion darin, den Menschen ein Leben in Frieden auf Erden zu ermöglichen und wollen die Religion nicht für weltliche Zwecke missbraucht sehen.

Nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September wird Muslimen vorgeworfen, sich nicht genügend von „islamistischen” Terroristen abzugrenzen. Meine Wahrnehmung hingegen ist eine andere. Die Muslime grenzen sich tatsächlich sehr deutlich von Terroristen und Islamisten ab. Journalisten und Islamexperten hingegen ziehen oft keine deutlichen Grenzen zwischen islamischen und islamistischen Organisationen und Bewegungen.

Eine Bewegung bzw. Organisation sollte nur dann als islamistisch bezeichnet werden, wenn sie vom Verfassungsschutz demensprechend eingestuft wird. Spekulationen und Verschwörungstheorien sollten nicht die Grundlage dafür sein, Menschengruppen bzw. Organisationen zu diffamieren.

 

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