Krebsgeschwür, Tiere, Tumor, Fremdkörper… Erdogans Entmenschlichung seiner Gegner

Ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zum Genozid ist die Entmenschlichung. Genau das tut Erdogan. Er entmenschlicht seine Gegner und benutzt übelste Umschreibungen dazu. 

Entmenschlichung bedeutet: Eine Gruppe leugnet die Menschlichkeit der anderen Gruppe. Mitglieder dieser Gruppe werden mit Tieren, Insekten oder Krankheiten gleichgesetzt. Die Entmenschlichung überwindet die normale menschliche Hemmung vor dem Morden. Während dieser Stufe wird die Opfergruppe durch Hasspropaganda in den Medien herabgewürdigt. Um gegen die Entmenschlichung vorzugehen, sollte man Anstiftung zu Völkermord nicht mit freier Rede verwechseln. Lokale und internationale Führer sollten Hassreden verurteilen und sie für kulturell inakzeptabel erklären. Führer, die zu Völkermord aufrufen, sollten internationale Einreiseverbote bekommen und ihre ausländischen Konten eingefroren werden.

Bei öffentlichen Aufführungen, die live übertragen und von Zehntausenden seiner Fans besucht wurden, schwor Erdogan, Hizmet-Engagierte, die in der Türkei diffamierend als FETÖ bezeichnet werden, zu jagen und zu töten – und zwar rund um den Globus: „Kein Land und keine Region auf der ganzen Welt [wird] jemals ein sicherer Zufluchtsort für FETÖ und seine Militanten sein“, erklärte Erdoğan schon im September 2016 unverhohlen.

Hassgetrieben verkündete Erdogan auf einer Kundgebung in der Schwarzmeerprovinz Zonguldak am 4. April 2017: „Und wir werden das Land solange reinigen, bis wir diesen Krebs aus dem Körper dieses Landes und des Staates ausgerottet haben. Sie [die Hizmet-Engagierten] werden das Recht auf Leben nicht genießen. […] Unser Kampf gegen sie wird konsequent zu Ende geführt. Wir werden sie nicht nur verwundet lassen.“

In einer Rede am 19. Oktober 2017 in seinem Palast kündigte Erdoğan an: „Wir werden diejenigen, die ins Ausland gehen, niemals in Ruhe lassen; wir werden sie verfolgen, bis sie bestraft werden, wie sie es verdienen. Diejenigen, die die Türkei und die türkische Nation verraten haben, werden für den Rest ihres Lebens weder in der Türkei noch im Ausland ihre Ruhe haben.“

In einer anderen Rede wurde er noch deutlicher: „Sie sind als Elemente der Meinungsverschiedenheit wie Krebszellen. Eine umfassende Säuberung ist erforderlich, damit nicht die geringste Spur davon zurückbleibt. Und genau das machen wir gerade jetzt.

 

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