Tragisch: Ahmet Atac (8) gestorben – Vater noch immer zu Unrecht im Gefängnis.

Diese Zeilen schreibe ich aus einem sehr traurigen Anlass.

Er war erst 8 Jahre jung und hatte Krebs. Die für seine Heilung notwendige Therapie gab es in Deutschland. Daher kam Ahmet Atac regelmäßig zur Behandlung hierher. Da die Therapie für einen Jungen in seinem Alter sehr hart ist, wurde eine Twitter-Kampagne ins Leben gerufen, damit er seine Mutter bei sich haben kann. Diese hatte nämlich ein Ausreiseverbot und durfte nicht aus der Türkei ausreisen. Die Ausreisesperre wurde zunächst aufgehoben. Doch dann durfte sie am Flughafen plötzlich nicht mitreisen, da die Staatsanwaltschaft die Aufhebung für ungültig erklärte.

Seine Mutter: „Stellen Sie sich mal vor, wir waren am Flughafen in Istanbul und wollten ins Flugzeug steigen, als die Polizeibeamten kamen und mir meinen Reisepass wegnahmen. Ich dürfe nicht wegreisen. Ich hatte die entsprechenden Dokumente des Gerichts bei mir. Dennoch ist all das vor den Augen eines kranken Kindes passiert. Ahmet musste hin und her transportiert werden. Dabei haben sie wohl die Schulter des Jungen gebrochen. Das haben wir erst in Deutschland erfahren.

Wie soll ein Kind mit einer Krebs Erkrankung so etwas ertragen?

Nach einer erneuten Twitter-Kampagne, die von Menschen aus allen Lagern in der Türkei unterstützt wurde, durfte sie dann doch zu ihrem Sohn. Doch es war zu spät.

Ahmets Vater hingegen ist im Gefängnis. Er ist einer von den mehr als 100.000 Häftlingen, die der willkürlichen Justiz Erdgans zu Opfer gefallen sind. Vor einigen Wochen durfte er seinen Sohn für einen kurzen Moment besuchen.

Heute ist Ahmet Atac gestorben. Dieser Vorfall zeigt, welche tragischen Schicksale hinter den in der Türkei willkürlich verhafteten existieren.

In diesen Tagen beten wir für Ahmet. Er ist bei den Engeln. Gott hat ihn zu sich geholt. Wir sind unendlich traurig.

Ich spreche seiner Familie meine tiefe Anteilnahme aus. Wir werden ihn immer in Erinnerung behalten.

Möge Gott seiner Seele gnädig sein.

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