Heute ist der 1.Mai, der Tag der Arbeit. Unser Prophet Muhammed (Friede und Segen sei mit ihm) hat in einem Hadith erklärt, wie Muslime als ArbeitgeberInnen ihre #ArbeiterInnen behandeln sollten:
„Eure ArbeiterGeschwister sind Personen, die eure Arbeiten ausführen. Gott hat sie euch anvertraut. Wenn er gewollt hätte, hättet ihr ihnen anvertraut werden können. Wenn das so ist und wenn ihr für euch Arbeiten ausführen lässt, gebt ihnen von euren Speisen, von eurer Kleidung. Bürdet ihnen keine Arbeiten auf, die ihre Kräfte übersteigen. Wenn ihr von ihnen die Ausführung einer schweren Arbeit verlangt, dann helft ihnen dabei!“ (Abu ’l-Husain Muslim, Iman, 38,40)
Deshalb gelten im Islam die ArbeitgeberInnen nicht als besser oder als bevorzugter als die ArbeiterInnen und umgekehrt, die ArbeiterInnen verdienen nicht weniger Respekt als die ArbeitgeberInnen.
ArbeiterInnenrechte sind im Islam tief verwurzelt. Der Prophet Muhammed (Friede uns Segen sei mit ihm) sagte einmal:
“Bei Gott! Wer seinen ArbeiterInnen den Lohn oder einen Teil davon vorenthält, obwohl sie/er durch ihre/seine Arbeit einen maximalen Ertrag erwirtschaftet hat, wird im anderen Leben ein Feind.”
In einer weiteren Überlieferung heißt es folgendermaßen:
“Drei Personen werden mich am jüngsten Tag vor sich sehen: Die/Derjenige, die/der meinen Namen verwendet und Unrecht tut; die/derjenige, der einen freien Menschen verkauft und sein Geld wegnimmt, und jemand, die/der die ArbeiterInnen nicht bezahlt!”
Leider ist die Ausbeutung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gerade in muslimisch geprägten Gesellschaften sehr verbreitet.
Möge Gott uns helfen, unseren eigenen Glauben zu verstehen.
Ich wünsche allen einen gesegneten (Mai)Freitag
Die einstigen Erzfeinde Deutschland und Frankreich feiern 50 Jahre Élysée-Vertrag. Er war ein wichtiger Grundstein für die spätere EU und den Frieden in Europa. Ein guter Anlass, um die Rolle der Türkei in Europa zu diskutieren. (Foto: ap)
Es ist offensichtlich, dass sich in der Türkei ein Wandel vollzieht. Die bisherigen Eliten haben ihre Monopolstellung in Politik und Wirtschaft verloren. Eine immer breiter werdende, gläubige Mittelschicht aus Anatolien spielt bei der Gestaltung der Politik wie auch des sozialen und wirtschaftlichen Zusammenlebens eine zunehmend größere Rolle. Das führt zu Umbrüchen und Krisen in der Türkei. Weil die alten kemalistischen Eliten „ihre“ Türkei mit aller Macht erhalten wollen, stellen sie sich gegen alle Reformen. Um ihre Agenda zu befördern, haben sich diese alten Eliten sogar institutionenübergreifend vernetzt und Staatsstreiche geplant. Auch Ministerpräsident Erdoğan trägt mit seiner Rhetorik dazu bei, dass sich die Fronten zwischen den neuen und den alten Eliten verhärten. Diese Konfrontation führt derzeit dazu, dass die Reformen nicht vorankommen. Die religiösen Minderheiten, Aleviten und Kurden hingegen warten sehnsüchtig auf weitere Verbesserungen. Die Türkei verliert deshalb an Dynamik und Stabilität.