“Das hat nichts mit dem Islam zu tun”, sagen jetzt viele Muslime. Darum geht es nicht. Das haben inzwischen alle verstanden. Es geht nun darum, ob wir genug über Dialog, Toleranz und Demokratie geredet haben, um Hass und Intoleranz vorzubeugen. Die Realität sieht nicht so gut aus. “Diyalogcu” (Dialogmacher) ist auch in Deutschland für viele in den großen türkisch-islamischen Verbänden ein Schimpfwort für Gülen-Anhänger. Nur zur Information: Wir sind stolz darauf “Diyalogcu” zu sein, und werden alles tun, damit Extremisten und Radikale keinen Platz in unserer Welt haben.
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“Kein Zwang im Glauben”
"Kein Zwang im Glauben" heißt es in Sure 2 Vers 256 des Koran. Religionsfreiheit ist…
Ist der Islam antisemitisch?
Die Mehrheit der Muslime weiß, dass Antisemitismus keinen Platz im Islam hat. Dennoch scheint es aber Muslime zu geben, die Juden nur deshalb hassen, weil sie Juden sind. Daher ist es notwendig, der Frage nachzugehen, ob der Islam antisemitisch ist und wie Muslime mit dem Antisemitismus umgehen sollten, damit derartiges nie wieder passieren kann.
Papstbesuch: Eine Chance für den interreligiösen Dialog!
Steht uns ein Kampf oder ein Dialog der Religionen bevor? Haben Religionen überhaupt eine Zukunft oder werden sie aussterben? Welche Rolle spielen die Religionen im Staat und welche in der Gesellschaft? Das sind die Fragen, mit denen sich Papst Benedikt XVI. beschäftigen muss.
Nicht die Religionen, aber die Religionsangehörigen setzen absolute Zeichen. Alle weiteren sozialen Merkmale werden daran gemessen. Im Neuen Testament und auch im Koran heißt es, dass alle Menschen vor Gott gleich sind. Allerdings gilt dies den Religionsangehörigen zufolge nur für die, die an den richtigen Gott glauben. Innerhalb der eigenen Religion spielen Klassen, Ethnien oder auch Kulturen keine Rolle. Gleichzeitig neigen die Glaubensangehörigen jedoch dazu, fundamental zwischen jenen zu unterscheiden, die entweder richtig oder aber falsch glauben. Der andere wird also dämonisiert. Die wesentlichen Fragen, die sich die Religionen in Zukunft stellen müssen lauten daher, wie eine neue Kultur der Toleranz möglich ist und wie den Gläubigen verdeutlicht werden kann, dass Nächstenliebe nicht nur innerhalb der eigenen Religion gilt, sondern auch gegenüber dem Andersgläubigen.
Ercan Karakoyun
Seit der Gründung der Stiftung Dialog und Bildung im November 2013 bin ich ihr Vorsitzender. Ich wurde am 23.12.1980 in Schwerte geboren und habe dort bis zu meinem Abitur gelebt. Im Rahmen eines Stipendiums der Friedrich-Ebert-Stiftung habe ich mein Studium der Raumplanung an der Universität Dortmund mit dem Schwerpunkt Stadtsoziologie abgeschlossen. Ich bin Gründungsmitglied des Forums für Interkulturellen Dialog (FID) e.V. Berlin und war dessen Geschäftsführender Vorsitzender. Ich bin Mitglied im Kuratorium des Bet- und Lehrhauses am Petriplatz, Mitglied im publizistischem Beirat der Zeitschrift “Die Fontäne”, Kolumnist des Portals dtj-online.de, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.