Ich denke, dass Angela Merkel genau das Richtige getan hat. Sie hat Menschen, deren Heimat brennt – unabhängig von ihrer Religion – die Hand gereicht und ihnen eine Unterkunft gegeben. Sie hat für mehr Engagement geworben und eine Welle der Hilfe ausgelöst. Ich bin überzeugt, dass es kaum “westliche” Politiker gibt, die in der muslimischen Welt so beliebt sind, wie Mutti. Das wird dem Dialog zwischen Orient und Okzident gut tun.
Am Mittwoch treffen sich Angela Merkel und Recep Tayyip Erdogan in Berlin im Rahmen des 50 Jahre bestehenden Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei. Es scheint, als sei in den vergangenen zwei Jahren zwischen beiden Politikern ein Kampf um die Gruppe entbrannt, die bislang 50 Jahre vernachlässigt wurde - die türkischen Gastarbeiter.
Als die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen, sollten sie zunächst nur ein Jahr bleiben und dann wieder zurückkehren. Sowohl die deutsche als auch die türkische Seite bemerkte allerdings schnell, dass ein Jahr kein Jahr ist. Bis die Gastarbeiter ankamen und sich in ihren Heimen einlebten war das Jahr schnell vorüber. Man entschied sich, die Arbeitszeit auf zunächst zwei Jahre zu erweitern. Auch das reichte nicht. Aus dem einen Jahr wurden vier, dann zehn, mittlerweile sind es 50 Jahre geworden.